Adidas als neue Homebase

Nachdem ich nun verzweifelt auf der Suche nach geeigneten Laufgruppen via Nike+ Run Club (NRC)  war, lief ich gestern das erste Mal mit der „Konkurrenz“, den Adidas Runners (AR) mit. Wer mich kennt, der weiß, dass ich mich mit dem NRC sehr verbunden gefühlt habe und auch sehr loyal immer dort mitgelaufen bin. Seit einiger Zeit jedoch bietet der NRC keine Läufe mehr für „Normalos“ bzw. Verletzungsrückkehrer an, nur noch Drill, Tempo, HIT und solch einen Schnickschnack. Also habe ich meine Fühler ausgestreckt.

Die Antwort kommt aus Deutschland und heißt Adidas

Irgendwann bin ich auf Adidas gestoßen und habe mich für den Smooth Run 6k angemeldet. Nach meiner langen Sportpause war der nicht ganz so smooth, allerdings hatte ich da auch noch keine Erfahrung wie das so abläuft, da die Organisation vom NRC und den AR komplett unterschiedlich sind. Ich könnte jetzt gegenüberstellen, was mir an Nike mehr gefällt als an Adidas und andersrum, allerdings steht für mich das Laufen im Vordergrund, also eines nach dem anderen.

Die Anmeldung

Wie bin ich überhaupt zu Adidas gekommen? Hierzu ist gar nicht so viel nötig. Facebook-Hater sollten diesen Teil hier überspringen und vielleicht doch lieber mit anderen organisierten Laufgruppen trainieren. AR organisiert sich komplett über Facebook. Anmeldungen sind gleichzusetzen mit einer „Zusage“ bei der entsprechenden Veranstaltung – es gibt also kein Entkommen mehr, wenn man heimlich laufen möchte. Wie eng Adidas mit Facebook verknüpft ist, sieht man schon an der Anmeldeseite. Hier springt einen ein blauer Facebook-Button förmlich ins Gesicht. Wer keinen Facebook-Account hat und hofft über den „Register“-Button diesen auch zu umgehen, dem wird ausdrücklich nochmal auferlegt sich doch bitte über den Facebook-Account zu verifizieren.

Ist diese Hürde gemeistert und sind die eigenen Daten an die Datenkralle Facebook verschenkt worden, erstrahlt einem als nächstes das eigene Level in Form eines AR-Logos. Achtung Spoiler: nach dem ersten Event, an dem man teilnimmt, ist man bereits AR 1. Klickt man anschließend oben rechts auf „Calender“ wird einem die Welt von Adidas und den Laufveranstaltungen eröffnet. Mein erster Klick landete also auf der Anmeldung zum Smooth Run 6k am 14.04.2017. Nach einer Anmeldung verfärbt sich das Event von blau zu Orange und nach der Teilnahme später dann zu grün. Ich weiß nicht wie es sich verfärbt, wenn man an einem angemeldeten Event nicht teilnimmt, aber ich vermute mal rot.

Die Location

Getroffen wurde sich in der Runbase am Schleusenufer 3 in Kreuzberg, einem interessanten Mix aus Bar und Sportzentrum, zumindest was diese Location angeht deutlich besser organisiert als beim NRC, vermutlich auch oder gerade weil, noch eine Bar und ein großer Bereich davor zur Verfügung steht und sich nicht wie beim NRC direkt im Store getroffen wird. Klar, beides hat so seinen Reiz, aber hier punkten die AR in meinen Augen. Natürlich kenne ich die anderen Locations noch nicht, aber vielleicht wird das ja mit der Zeit. Vielleicht sollte ich, um das deutlicher hervorzuheben nochmal das Wort „Sportzentrum“ aufsplitten.

Es ist nicht nur möglich seine Klamotten kostenlos in Spinde einzuschließen, es ist sogar möglich nach dem Sport dort kostenlos zu duschen. Dabei muss man auch nicht sein eigenes Duschgel von zu Hause mitbringen, denn das wird auch gestellt. Alles in allem also ein rundes Paket, wie gesagt bezogen auf die aktuelle Location.

Der Run

Die Organisation war hingegen nicht ganz so strukturiert wie ich es vom NRC gewohnt war. Da hieß es nicht nur „um 17:25 Uhr geht es los“, da ging es auch auf die Minute los. Ich spüre jetzt förmlich wie sich zwei Lager bilden. Das eine sagt vermutlich, dass diese Organisation super ist und das andere Lager findet das zu stringent und findet es evtl. deshalb bei Adidas schöner, da es da etwas lockerer zugeht und nicht so penibel drauf geachtet wird wann gestartet wird. Nach einer kurzen Umgewöhnung konnte ich mich mit beidem arrangieren – und ganz ehrlich: ist es nicht viel wichtiger wie die Leute so drauf sind, und nicht, wie gut die Organisation funktioniert?

Die Strecke

Die Strecke ist sehr schön, allerdings bei schönem Wetter auch ganz schön „touristisch“ überlaufen. Ein Slalom laufen blieb uns erspart, allerdings auch nur, weil das Wetter nur so semi-schön war. An schönen Tagen sagt selbst die Crew, dass es besser ist an der Straße langzulaufen, was atmosphärisch natürlich einiges von der Strecke wegnimmt. Hier muss ich sagen, dass die Strecken vom NRC schöner waren, aber da gab bzw. gibt es auch den wesentlichen Vorteil, dass der Tiergarten direkt um die Ecke ist und mehr Variationsmöglichkeit in der Streckenwahl besteht.

Aber wer weiß wie die Strecken von den anderen Locations aussehen, wenn ich ein bisschen fortgeschritten bin, versuche ich mich mal an längeren Strecken und schau mir da das Streckenprofil genauer an. Ich bin sehr gespannt, was da dann noch auf mich wartet. Im Grunde ist es bei mir und Adidas gerade so, wie bei einem Überraschungsei. Ich kratze an der Oberfläche, habe gerade die Folie entfernt und esse die erste Hälfte der unglaublich guten Schokolade. Die Überraschung allerdings ist noch unangetastet – vielleicht überrascht mich Adidas ja auch noch mit einer, wer weiß?

Der Lauf an sich

Autsch… Die langsamste Pace war bei ungefähr 6:30, deutlich zu schnell für mich. Allerdings wusste ich da auch noch nicht, dass ich einfach langsamer hätte laufen müssen, als mich am letzten Mann zu orientieren. Aber klar, woher sollte er sonst wissen, dass er zu schnell ist, wenn man nicht zurückfällt? Mein Fehler. Im Endeffekt aber auch egal, denn die Gruppendynamik hat mich überraschend gut aussehen lassen – zumindest laut meiner Laufuhr, die gnädiger mit mir war, als die Male zuvor, wo ich alleine gelaufen bin. Im Grunde bin ich sehr zufrieden mit dem Lauf und bin gespannt, ob ich nächsten Freitag schon etwas schneller mitlaufen kann. Ich trainiere jedenfalls hart daran wieder auf meine 6er Pace zu kommen. Man sieht sich nächsten Donnerstag!

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