Ich lerne laufen

Der 36. Berliner Halbmarathon liegt nun schon eine Weile zurück. Sehnsüchtig blicke ich auf meine damalige Form zurück, auch wenn diese noch nie so war, wie ich sie mir für mein Alter gewünscht hätte. Nun heißt es wieder die Füße aufzustellen, um die ersten Gehversuche zu unternehmen. Nachdem ich den diesjährigen Halbmarathon auf Grund meiner Verletzung erfolgreich absagen und verdrängen konnte, folgt nun der Blick nach vorne.

Erste Gehversuche

Eines ist sicher. Nach meinem letzten Lauf am 28. März wurde ich erstmal kräftig desillusioniert und in meinem Vorhaben weit nach hinten geworfen. Ich war hoch motiviert, zog mir meine Sportsachen an, schnürte die Schuhe und startete die GPS-Ortung an meiner Uhr. Es war wundervolles Wetter, perfekt für einen gemütlichen Dauerlauf an der Spree entlang. Die Vögel zwitscherten und die Sonne wärmte angenehm auf der Haut. Ich lief also los, etwas langsamer als gewohnt.

Nach gerade einmal zwei Minuten war mein Puls auf 173, die Pace laut meiner Uhr bei 6:33. Ich hatte ja schon damals Probleme mit hohem Puls, aber nach zwei Minuten schon so einen hohen Puls haben ist schon ungewöhnlich. Während des Laufens ist es mir nicht aufgefallen – ich atmete etwas schneller, ja, aber das war nichts ungewöhnliches. Ich lief also weiter bis ich nach 3 km abbrechen musste und mein Körper gestreikt hat.

Die Auswertung im Nachhinein war erschreckend. Mit einer maximalen Herzfrequenz von erstaunlichen 197 bpm und einem Durchschnitt von 184 bpm war ich quasi der Tod auf Latschen. Kein Wunder, dass mein Körper die Reißleine gezogen hat. Demnach war der Trainingseffekt gleich null. Mein Erholungsratgeber zeigte eine Dauer von 3,5 Tagen an – ich wusste gar nicht, dass das Ding auch Tage anzeigen kann, bisher waren es immer nur Stunden. Der Muskelkater der dann folgte war vorhersehbar und klang erst nach einigen Tagen wieder ab.

Der zweite Versuch

Mein zweiter Lauf, welchen ich am 02.04.2017 unternahm, war da schon wesentlich besser. Ich war erst abends laufen um nicht Gefahr zu laufen sämtlichen Halbmarathonläufern über den Weg zu laufen. Natürlich war das utopisch, da ich in Berlins Mitte wohne und der Tiergarten nicht weit weg war. Stolze Läufer mit ihren Medaillen kamen mir entgegen und ich schickte erneut Flüche in den Himmel, weshalb ausgerechnet ich nun mit dieser Verletzung leben muss.

Ich versuchte mich auf den Lauf zu konzentrieren und startete viel langsamer als sonst in einer Pace von um die 8:00, was ungefähr schnellem Gehen entspricht. Offensichtlich war das die optimale Geschwindigkeit, denn dieses Mal war meine maximale Herzfrequenz bei 173 bpm und mein Durchschnitt lag bei 156 bpm bei einer Pace von 7:55. Die Distanz lag dieses Mal übrigens bei 3,45 km. Meine alte Form habe ich zwar somit bei langem nicht wieder, aber ich werde kämpfen!

Mein Erholungsratgeber zeigte mir dieses Mal akzeptable 42 Stunden an, was ich für sehr realistisch betrachte. In drei Stunden ist diese Frist abgegolten, Muskelkater habe ich keinen. Mal sehen wie es nachher läuft, wenn ich meinen dritten Lauf in diesem Jahr beginne. Drückt mir die Daumen, dass es ähnlich positiv wird, wie am Sonntag.

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